Österreich verliert das Duell auf Augenhöhe.

Je ein Sieg von Dennis Novak und des Doppels Oliver Marach/Jürgen Melzer war zu wenig – nach dem 2:3 gegen Chile in Salzburg spielt das Daviscup-Team im September um den Klassenerhalt in der Weltgruppe.

Salzburg. Um einen Hauch verpasste die österreichische Tennis-Nationalmannschaft die Teilnahme am Weltgruppen-Finalturnier, das von 18. bis 24. November in Madrid über die Bühne gehen wird. Das Daviscup-Team verlor in der ausverkauften SalzburgArena vor 4500 Zuschauern gegen Chile 2:3 und muss im September um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner wird am 6. Februar zugelost.

Nachdem Dennis Novak am Freitag einen Punkt gegen Chile erobert hatte, unterlag der 25-jährige Niederösterreicher am zweiten Tag dem favorisierten Nicolas Jarry nach hartem Kampf und Abwehr von sechs Matchbällen 4:6, 6:3, 6:7 (2). Zuvor hatte das routinierte Doppel Oliver Marach/Jürgen Melzer gegen Hans Podlipnik/Marcelo Barrios im Entscheidungssatz ein 1:4 wettgemacht und 6:4, 2:6, 7:5 gewonnen.

Dem 19-jährigen Debütanten Jurij Rodionov fiel die undankbare Rolle zu, im entscheidenden Spiel antreten zu müssen. Der Niederösterreicher, der nach der Absage von Dominic Thiem eingesprungen war, hatte gegen Christian Garin keine Chance – 2:6, 1:6.

… Marcelo Rios und Nicolas Massu (v.l.n.r.) bei der Taktikbesprechung.

„Klar bin ich enttäuscht wie alle anderen“, sagte Kapitän Stefan Koubek nach der vierten Niederlage gegen Chile im vierten Aufeinandertreffen. „Wir hatten die Chancen bei Dennis. Und Jurij ist 19 Jahre jung, das muss man verstehen. In Summe waren die Chilenen ums Älzerl besser.“

Jurij Rodionov war bitter enttäuscht. „Es war das größte Spiel meiner Karriere. Ich war aber noch nicht bereit dafür, diese wichtige Rolle des zweiten Einzelspielers auszufüllen. Ich konnte mit der Situation nicht umgehen, das entscheidende Match für mein Heimatland zu spielen. Ab jetzt kann es nur besser werden.“
Dennis Novak hatte „an meinem Spiel wenig auszusetzen“. Er habe um jeden Punkt gefightet. „Es gab nur ein, zwei Bälle im Tiebreak, die nicht sein hätten müssen. Vergessen darf man aber nicht, dass Chile mit zwei Top-100-Spielern im Einzel angetreten ist, sie wir nicht haben.“

Für Jürgen Melzer war das Ergebnis „extrem enttäuschend. Unterm Strich waren wir ein Tiebreak vom Finalturnier in Madrid weg. Aber Dennis kann man keinen Vorwurf machen. Jarry war am Ende einfach zu gut“.

ÖTV-Präsident Werner Klausner hätte die österreichische Tennis-Nationalmannschaft freilich auch lieber als Teilnehmer am Weltgruppen-Finale gesehen. „Die Burschen haben, unterstützt vom tollen Salzburger Publikum, alles gegeben, alles aus sich rausgeholt. Chile ist als Favorit gestartet und hat die besseren Ranglistenpositionen bestätigt. Wir haben sie bis zum Schluss gefordert, es war ein Duell auf Messers Schneide.“ Dennis Novak habe sensationell gespielt, Jurij Rodionov sei eine Riesenhoffnung für das österreichische Tennis. „Ich freue mich auf viele weitere Daviscups mit ihm“, sagte Klausner, der auch die Abwesenheit Dominic Thiems ansprach. „Einen Top-Ten-Spieler kann keine Nation der Welt vorgeben.“

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Dennis Novak stellt gegen Chile auf 1:1

Österreichs Daviscup-Team darf weiter auf die Qualifikation für das Weltgruppen-Finale hoffen.

Salzburg. Nach dem tapferen, aber glücklosen Auftritt von Debütant Jurij Rodionov, besiegte der großartig aufspielende Dennis Novak Christian Garin glatt in zwei Sätzen. Das Resümee nach Tag eins des Daviscup-Play-off-Duells zwischen Österreich und Chile in der SalzburgArena ist, das es 1:1 steht. Nach dem der 19-jährige Debütant Jurij Rodionov 5:7, 5:7 gegen Nicolas Jarry verloren hatte, besiegte der 25-jährige Dennis Novak den Chilenen Christian Garin 6:4, 6:4.

… Jurij Rodionov im Kurzgespräch mit Coach Stefan Koubek (v.l.n.r.) während des Spiels

Der Samstag wird um 13 Uhr mit dem Doppel eingeläutet, für Österreich werden die Grand-Slam-Turniersieger Oliver Marach und Jürgen Melzer antreten. Im Anschluss stehen zwei Singles auf dem Spielplan, das erste davon bestreiten Dennis Novak und Nicolas Jarry.
 
„Für mich war am wichtigsten, dass ich immer daran geglaubt habe. Ich habe gewusst, er wird viel zurückbringen, daher musste ich aggressiv sein“, sagte Dennis Novak über seinen Game-Plan, der prompt aufging: „Ich habe alles reingelegt.“ Lob kam auch von Kapitän Stefan Koubek: „Dennis hat den Ball sensationell am Schläger. Es ist faszinierend, wie er im Daviscup aufblüht.“ Der Niederösterreicher hatte schon in Moskau und gegen Australien in Graz gepunktet. Sein Anteil, dass Österreich knapp vor der Qualifikation für das Weltgruppen-Finale in Madrid steht, ist ein riesiger.

Dennis Novak ging cool mit dem Status der Nummer 1 im Team um, packte Weltklasse-Schläge aus, die die 4500 Zuschauer in der SalzburgArena in Verzückung versetzten. „Egal, ob ich eins oder zwei bin, jeder hat gleiche Aufgabe, und die ist es, Punkte für Österreich zu holen. Das ist mir gelungen.“

Die Erleichterung nach dem Ausgleich war groß. „Das war unser Ziel, alles ist im Lot“, sagte Stefan Koubek, der seine Mannschaft im Doppel in der Favoritenrolle sieht. Ob sich an der Ausgangslage etwas geändert habe? „Chile hat immer noch zwei Top-100-Spieler und wir nicht. Aber die Leistungen von Dennis und Jurij können uns schon zuversichtlich stimmen.“

Jurij Rodionov musste sich beim Erstantritt im Daviscup zwar dem favorisierten Nicolas Jarry geschlagen geben, dennoch war die Leistung des Niederösterreichers vielversprechend. „Ich habe mein Bestes gegeben. Alle haben mich gepusht, ohne meine Teamkollegen und die Fans wäre es bei Weitem nicht so knapp gewesen“, sagte Rodionov. Auch Kapitän Koubek attestierte Rodionov eine gute Leistung: „Er hat sich super verkauft. Man kann ihm nichts vorwerfen. Leider hat er die eine oder andere Chance ausgelassen.“

Klar sei er aufgeregt gewesen, von Nervosität war auf dem Platz allerdings keine Spur. Jurij Rodionov spielte variantenreich, punktete immer wieder dank des soliden, harten Service. „Am Ende hat seine größere Erfahrung den Ausschlag gegeben, er ist ja Top-50. In ein paar Jahren werde ich solche Matches aber gewinnen“, sagte der Weltranglisten-197.

Ehrung für Andreas Haider-Maurer

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda, ÖTV-Präsident Werner Klausner, Andreas Haider-Maurer und Kelly Fairweather von der ITF. (v.l.n.r)  Foto: Andreas Prochask

Andreas Haider-Maurer wurde am Freitag vor den Vorhang gebeten. Auf dem Center Court der SalzburgArena wurde der gebürtige Waldviertler (Niederösterreicher) für seine Verdienste im Daviscup geehrt. ÖTV-Präsident Werner Klausner und ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda überreichten dem 31-Jährigen ein Collagen-Bild der Agentur GEPA-Pictures, auf dem die wichtigsten Momente im Teamdress abgelichtet sind. Auch der Daviscup-Fanclub stellte sich mit einem Foto-Geschenk ein. Haider-Maurer gab sein Debüt im Team 2010, er brachte es in elf Spielen auf beachtliche sechs Siege. Der letzte (erfolgreiche) Einsatz war 2015 in Kitzbühel gegen die Niederlande. Vor zwei Wochen gab AHM, die ehemalige Nummer 47 der Weltrangliste, aufgrund zahlreicher Verletzungen das Karriereende bekannt.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Camila Giorgi erste italienische Siegerin in Linz!

Linz. La principessa italiana“ holt sich ihren zweiten Titel auf der WTA-Tour:

…die begehrte Siegertrophäe des Turniers.

Camila Giorgi ließ der russischen Qualifikantin Ekaterina Alexandrova am heutigen Finaltag keine Chance.

Die Italienerin brauchte nur 59 Minuten, ehe sie auf dem Center Court des „Upper Austria Ladies Linz 2018“ ihren ersten Matchball verwandelte. 6:3, 6:1 lautete der Endstand der Partie. Camila Giorgi, die in ihrer Karriere bislang nur einen WTA-Titel holen konnte (2015 in Hertogenbosch), ist die erste italienische Siegerin beim Linzer Damentennis-Klassiker.

„Ich widme diesen Sieg meinem Vater, meiner Mutter und meinem Hitting Partner“, sagte Camila Giorgi bei der Siegerehrung. LHStv. und Sportlandesrat Dr. Michael Strugl überreichte den Ehrenpreis, den Pokal bekam die Italenierin vom Linzer Bürgermeister Mag. Klaus Luger. DI Erich Haider, Generaldirektor der LINZ AG, überreichte Blumen, den Scheck im Wert von 43.000 Euro übergab Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner, Vorstandsdirektorin der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Von Turnierdirektorin Sandra Reichel und Turnierbotschafterin Barbara Schett gab es einen Mini-Porsche.

Die „zweite Siegerin“ Ekaterina Alexandrova, wie es Stadionsprecher Erwin Gruber formulierte, erhielt die Trophäe von Erich Haider. Den Blumenkavalier spielte Mag. Claus Retschitzegger vom langjährigen Turnierpartner bet-at-home.

Hervorragende Stimmung am Final-Sonntag des „Upper Austria Ladies Linz“

Am „Oberösterreich-Tag“ war es an der Zeit für Dirndl und Lederhose beim „Upper Austria Ladies Linz“. Mit drei Songs eröffneten die „Poxrucker Sisters“ den Final-Sonntag. Barfuß kamen die Schwestern aus dem Mühlviertel auf den Center Court, mit ihrem Hit „Glick“ wünschten sie den Final-Teilnehmerinnen Camila Giorgi und Ekaterina Alexandrova viel Glück.

Ein weiteres musikalisches Highlight gab es am Samstag für die Gäste im VIP-Bereich. Die österreichische Singer-Songwriterin „DIE MAYERIN“ kam extra für einen Auftritt zum „Upper Austria Ladies Linz“ in die TipsArena.

Die Schwedin Johanna Larsson gewinnt zum dritten Mal in Folge das DOPPEL!

Linz. Zum dritten Mal in Folge gewinnt Johanna Larsson in Linz und hält den Siegerscheck von $ 12.300,- in den Händen!
Die Schwedin gewann am Sonntagnachmittag beim „Upper Austria Ladies Linz“ mit ihrer belgischen Partnerin Kirsten Flipkens das Doppelfinale gegen Anna-Lena Grönefeld (GER)/Raquel Atawo (USA) mit 4:6, 6:4, 10:5.

Zur Erinnerung: 2016 und 2017 hat Johanna Larsson jeweils mit ihrer niederländischen Partnerin Kiki Bertens den Doppelbewerb gewonnen.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Dominic Thiem fixiert den Aufstieg in die Weltgruppe

Der Weltranglisten-Achte ließ Alex De Minaur vor ausverkauftem Center Court bei der Messe Halle in Graz keine Chance. Mit dem dritten Sieg im Duell gegen Australien wird die österreichische Nationalmannschaft 2019 nach sechs Jahren wieder im Davis Cup der Weltgruppe mitspielen.

Graz. Nach den beeindruckenden Siegen von Dominic Thiem und Dennis Novak am Freitag und der Niederlage des Doppels Oliver Marach & Jürgen Melzer am Samstag, sicherte Dominic Thiem dem „Kronen Zeitung Austria Davis Cup Team“ vor ausverkauftem Haus auf der Grazer Messe den Aufstieg in die Weltgruppe. Der 25-Jährige besiegte den um sechs Jahre jüngeren Australier Alex de Minaur (ATP 38) mit 6:4, 6:2, 3:6, 6:4. Zuletzt hatte Österreich im Jahr 2013 im Konzert der großen Tennisnationen mitgespielt.

„Sensationelle Stimmung, ausverkauft, das passiert nicht oft. Wir haben jede Sekunde genossen“, sagte Thiem. „Heute war es sehr eng. Ich bin super gestartet, dann habe ich einen leichten Abfall gehabt, den hat De Minaur sofort ausgenutzt, und der vierte Satz war auf Messers Schneide. Ich habe es zum Glück herumgebogen.“

Nach 2:58 Stunden verwertete Thiem vor 6000 sensationellen Fans den ersten Matchball, der gleichzeitig Startschuss zur Party auf dem Center Court war. Kapitän Stefan Koubek, Dennis Novak, Gerald Melzer, Oliver Marach und Jürgen Melzer stürmten ebenso auf den Platz wie die ÖTV-Mannschaft im Hintergrund, die während dieser Woche ausgezeichnete Arbeit geleistet hatte – Teamarzt Uli Lanz, Physio Dominik Jessenk, Masseur Werner Farmer, Bespanner Gerald Laposa und Teambetreuerin Tamara Schandl feierten mit dem Matchwinner den Aufstieg in die Weltgruppe.

Geschenk für Jürgen Melzer

Jürgen Melzer trägt voller Freude sein Geschenk das Mosikbild zum Davis Cup Rekordspieler.

Die Jubeltraube wurde kurz aufgelöst, Rekord-Daviscupspieler Jürgen Melzer bekam von ÖTV-Präsident Werner Klausner und Geschäftsführer Thomas Schweda ein Mosaikbild anlässlich seines 75. Einsatzes im 35. Länderkampf überreicht. Die Foto-Agentur GEPA-Pictures, die Melzers Karriere in der Nationalmannschaft seit 1999 verfolgt, hatte aus zig Fotos ein Mosikbild gebastelt, das die Daviscup-Karriere des 37-Jährigen Revue passieren lässt. Die erfolgreichen Spieler bekundeten allesamt ihr Interesse, im Februar mitzuwirken. „Natürlich wünsche ich mir ein Heimspiel“, sagte Thiem, „es wäre super, wenn wir uns für das finale Event qualifizieren könnten.

Neues Format

Österreich wird als Sieger des Relegationsduells mit Australien bei der Auslosung am 26. September in London fix als eine von zwölf Nationen gesetzt sein. Das bedeutet, dass man Top-Nationen wie Frankreich, Spanien, Kroatien, USA, Deutschland, Italien etc. aus dem Weg gehen wird. In Woche fünf 2019 wird an zwei Tagen im Best-of-three-Modus um den Finaleinzug in der Weltgruppe gespielt. Daheim oder auswärts, hängt vom zugelosten Gegner ab. Wie bisher, wird abgewechselt. Gewinnt Österreich in Woche fünf 2019, ist die Teilnahme am einwöchigen Daviscup-Finalturnier garantiert: 18 Mannschaften spielen im November 2019 um den Titel.

Dominic Thiem und Gerald Melzer erleichtert bei der Abschluss-Pressekonferenz des Davis Cup Wochenendes in Graz.

Erfreuliche Bilanz

Veranstalter Herwig Straka von der Agentur e|motion freute sich über „den tollen Publikumszuspruch“. Der Freitag und Sonntag waren mit je 6000 Zuschauern ausverkauft, insgesamt kamen 17.600 Fans auf das Gelände der Grazer Messe. „Ein idealer Austragungsort. Der sportliche Verlauf hat noch dazu gepasst und das Wetter hat mitgespielt. Wir haben eine Punktlandung hingelegt.“

Stefan Koubek, der dem Team seit 2015 als Kapitän vorsteht, hat sein Ziel erreicht, die Mannschaft in die Weltgruppe zu führen. „Wir haben eine fantastische Woche hinter uns, alles hat perfekt gepasst. Besonders hervorheben möchte ich die Leistung gezeigt hat. Über die Qualitäten von Dominic brauchen wir nicht viel reden. Ich selbst habe nicht wirklich viel zum Sieg beigetragen, ich durfte sitzen und genießen.“

ÖTV-Präsident Werner Klausner gratulierte dem Team. „Wir haben uns ein Tennisfest erhofft und es ist mehr als ein Tennisfest geworden. Es war eine beeindruckende Vorstellung. Der Aufstieg in die Weltgruppe ist verdient. Wenn wir jetzt einen Gegner mit klingendem Namen zugelost bekommen, würde das der Nationalmannschaft noch einmal einen Push geben.“

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda bedankte sich beim Land Steiermark und der Stadt Graz. „Ohne deren Unterstützung wäre die Veranstaltung in dieser Form nicht möglich gewesen.“

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Das Davis Cup – Duell gegen Australien geht in die Verlängerung

Oliver Marach & Jürgen Melzer verloren das Doppel gegen John Peers & Leyton Hewitt in vier Sätzen. Damit verkürzte Australien in der Weltgruppen-Relegation auf 1:2.

Graz. Vor dem Doppel – Spiel und neuerlichem ausverkauften Center Court wurde der Steirer Thomas Muster mit insgesamt 24 Länderkämpfen für Österreich ausgezeichnet, nämlich mit dem ITF-Commitment-Award.

2:0 für Österreich war es nach den Siegen von Dominic Thiem und Dennis Novak nach dem ersten Spieltag der Weltgruppe-Relegation gegen Australien in Graz gestanden, am Samstag verkürzten die Gäste. Der australische Kapitän Leyton Hewitt, die ehemalige Nr. 1 der Single-Weltrangliste, stellte sich selbst auf und gewann mit John Peers (ATP 7) gegen Oliver Marach (ATP 3) und Jürgen Melzer nach 3:02 Stunden 6:1, 6:4, 3:6, 7:5.

Am Sonntag könnte Dominic Thiem den Aufstieg in die Weltgruppe sicherstellen. Der Weltranglisten-Achte trifft laut Auslosung auf Alex de Minaur. Lleyton Hewitt kann die Aufstellung bis eine Stunde vor Spielbeginn ändern. Möglich, dass John Millman für Australien einlaufen wird. Fix ist, dass – im Falle einer Niederlage Thiems – Dennis Novak das entscheidende Einzel bestreiten würde.

Dort könnte er auf Lleyton Hewitt treffen, der sagt dazu: „Man weiß nie.“Oliver Marach, der Grazer, fand in seiner Heimatstadt erst im dritten Satz ins Match.

Nach dem ersten Durchgang hatte sich der 38-Jährige an der Leiste behandeln lassen müssen. „Das war weniger das Problem“, sagte Marach, „ich war ungewöhnlich nervös, habe die Vorhand nicht durchgezogen wie gewohnt. Dabei ist das mein bester Schlag. Es ist einfach schade. Wenn man daheim spielt, will man natürlich gewinnen.“

Auch Jürgen Melzer war der Meinung, „dass wir besser spielen können“. Man habe gesehen, warum Hewitt einmal Nummer eins der Welt war. „Er hat gefühlt drei Fehler gemacht, hat unglaublich returniert.“ Besser lief es für die Österreicher, nachdem sie mit Beginn des dritten Satzes als Rückschläger die Plätze getauscht hatten. Melzer wechselte auf der Einstand-, Marach auf der Vorteilseite. Dies zeigte umgehend Wirkung, die beiden nahmen Hewitt den Aufschlag zum 2:0 ab. Allerdings sollte es das einzige Break im gesamten Match sein. Im vierten Satz ging es mit dem Aufschlag bis zum zwölften Spiel, ehe die Australier bei Aufschlag Melzer den zweiten Matchball verwandelten und auf 1:2 verkürzten.

Kapitän Stefan Koubek nahm die Niederlage mit Gelassenheit zur Kenntnis. „Klar hätte ich heute lieber die Entscheidung gehabt. Aber wenn mir vorher wer gesagt hätte, dass es nach dem zweiten Tag 2:1 für uns steht, hätte ich das genommen. Egal, wen die Australier am Sonntag aufstellen, ich glaube nicht, dass sie jemanden haben, der Dominic schlagen kann.“ Andererseits handle sich um den Daviscup, der gerade Down Under mit großer Ernsthaftigkeit betrieben werde. „Man weiß nie, was alles passieren kann“, sagte Koubek.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Dominic Thiem und Dennis Novak gewinnen beide Spiele

Österreich’s Nr. 1 „Dominic Thiem“ lässt den Australier Jordan Thompson nur vier Games, Dennis Novak Novak schlägt den Alex De Minaur in vier Sätzen und stellt in Graz auf 2:0 für Österreich.

Graz. In nur 1:34 Stunden dauerte das erste Match beim Daviscup-Schlager zwischen Österreich und Australien in Graz. Dominic Thiem, der Weltranglisten-Achte, spielte seine Extraklasse auf Sand aus und fertigte Jordan Thompson (ATP 111) mit insgesamt sieben Breaks 6:1, 6:3, 6:0 ab.

In der Zwischenpause auf das zweite Spiel wurde die 42-Jährige ehem. Nr. 7 der Damentenniswelt (WTA) Barbara Schett mit dem Commitment Award der ITF ausgezeichnet. ÖTV-Präsident Werner Klausner und ITF-Vizepräsident Juan Margets übergaben den Award.

 

Anschließend lieferte auch Dennis Novak eine beeindruckende Vorstellung vor 6000 Zuschauern. Der Niederösterreicher schlug Alex de Minaur in 2:31 Stunden 3:6, 6:2, 6:3, 6:2 und stellte auf 2:0 Österreich.

Das Doppel am Samstag (ab 14 Uhr), für das Oliver Marach und Jürgen Melzer nominiert sind, könnte den Aufstieg in die Weltgruppe vorzeitig fixieren. Zuletzt spielte man vor 5 Jahren in der Weltgruppe.

O-Töne:  

Dominic Thiem: „Man kann sich fast nicht mehr wünschen. Die Leistung war komplett in Ordnung. Ich bin zufrieden“, sagte der 25-Jährige, der nach dem klaren Erfolg seinem Freund Dennis Novak auf der Betreuerbank die Daumen drückte.

Der Wiener Neustädter Dennis Novak: „Unglaublich, ich bekomme noch immer Gänsehaut“, sagte der 25-Jährige, nachdem er den zweiten Matchball verwandelt und seine Daviscup-Bilanz auf 4:2 stellte.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska

Julia Görges startet achten Anlauf für ersten Triumph in Linz

New York & Linz. Mit ihrem bezaubernden Lächeln entzückt Julia Görges die Fans. Die Kombination mit Ihrem attraktiven Powertennis wird Julia allerorten zu einem Publikums-Liebling. Klar, dass sich Sandra Reichel als Direktorin des WTA-Turniers „Upper Austria Ladies Linz“ (7. – 14. Oktober) über die Zusage von Görges freut.

Umso mehr, als die 29-jährige Deutsche heuer in der Form ihres Lebens spielt. Als Deutschlands Tennisspielerin Nummer eins und Nummer elf der Welt war Julia Görges im Mai 2018 zu dem ebenfalls von Sandra Reichels Agentur „MatchMaker“ organisierten WTA-Turnier „NÜRNBERGER Versicherungscup“ nach Nürnberg gekommen. Mittlerweile ist Angelique Kerber, die Linz-Siegerin von 2013, nach ihrem Wimbledontriumph auf Platz vier im WTA-Ranking vorgerückt. Und Julia Görges, die beim Rasenklassiker in Wimbledon erst im Halbfinale von Serena Williams gestoppt worden war, erreichte am 20. August 2018 mit Platz neun in der Weltrangliste ihr höchstes Karriere-Ranking!

Bei den Linzer Damentennis-Festspielen hat Julia Görges schon sieben Mal gespielt – der ersehnte Turniertriumph ist ihr bisher versagt geblieben. Zur Erinnerung: Im Jahr 2012 hat „Jule“, wie sie allseits genannt wird, im Finale gegen die Weißrussin Viktoria Azarenka mit 3:6, 4:6 verloren. Heuer, in ihrem achten Anlauf, soll es endlich klappen mit dem Turniersieg. Es wäre der sechste Finalerfolg für Görges auf der WTA-Tour.

Das Engagement von Julia Görges hat Sandra Reichel dieser Tage bei den US Open in New York perfekt gemacht. Die 29-Jährige freut sich schon sehr auf ihr Linz-Gastspiel. „Ja, nach dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York freue ich mich auf die spezielle Atmosphäre in Linz, wo ich mich immer extrem wohl gefühlt habe. Sandra und ihr Team bereiten uns Spielerinnen ein familiäres Ambiente, das tut dem Gemüt sehr gut“, sagte Julia Görges.

Top-Ten-Spielerin Görges ist eine von Sandra Reichels Lieblingsspielerinnen. „Ichschätze Jule, weil sie nicht nur eine attraktive Tennisspielerin, sondern auch eine besonders liebenswerte Persönlichkeit ist“, sagt die Turnierdirektorin, die am Dienstag bei den US Open Augenzeugin war beim Erstrundensieg der Deutschen gegen die 19-jährige russische Qualifikantin Anna Kalinskaya (6:2, 6:7, 6:2). In Runde zwei trifft Görges mit Jekaterina Makarowa wieder auf eine Russin.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Foto: © MatchMaker

Der Slowake Martin Klizan feierte in Kitzbühel seinen sechsten ATP-Titel

Der Thiem-Bezwinger fertige im Endspiel der Generali Open den Usbeken Denis Istomin glatt in zwei Sätzen ab.

Kitzbühel. Martin Klizan bleibt auf der Tennis-Tour in Endspielen weiter ungeschlagen. Der 29-jährige Slowake setzte sich am Samstag im ersten Final-Duell zweier Qualifikanten bei den Generali Open in Kitzbühel gegen den Usbeken Denis Istomin in 69 Minuten 6:2,6:2 durch und feierte damit seinen sechsten Turniersieg.

Der Weg zu seinem ersten Titel im heurigen Jahr führte den Weltranglisten-112. auch über drei Österreicher. In der Qualifikation bezwang der Slowake Gerald Melzer. Im Hauptbewerb war für Sebastian Ofner (1. Runde) und den topgesetzten Dominik Thiem (Achtelfinale) Endstation.

Erst zum zweiten Mal nach Sydney 2015 (Viktor Trotzki besiegte damals Michail Kukuschkin) standen sich auf ATP-Ebene zwei Qualifikanten in einem Endspiel gegenüber. Dies tat dem Zuschauerinteresse keinen Abbruch, das Stadion war erneut ausverkauft.

Blitzstart von Klizan

Die 6.000 Zuseher bekamen bei Temperaturen jenseits der 30 Grad einen Blitzstart von Klizan zu sehen. Der Slowake nutzte seine ersten beiden Breakchancen und führte nach 17 Minuten bereits 4:1. Anschließend wehrte er zwei Breakbälle seines um zwei Jahre älteren Kontrahenten ab und brachte den Satz nach etwas mehr als einer halben Stunde ohne Probleme in trockene Tücher.

Auch im zweiten Durchgang nutzte Klizan beim Stand von 1:1 seine erste Möglichkeit, Istomin den Aufschlag abzunehmen. Erneut ließ der körperlich nicht hundert Prozent fit wirkende Usbeke im Anschluss zwei Breakbälle ungenutzt. Mit dem zweiten Break zum 4:1 – erneut mit der ersten Chance – sorgte der Slowake für die Entscheidung. Nach 69 Minuten verwandelte der Slowake, der im dritten Aufeinandertreffen den zweiten Sieg feierte, den ersten Matchball.

Im Doppel-Bewerb marschierte das tschechisch-argentinische Doppel Roman Jebavy und Andres Molteni ohne Satzverlust zum ersten gemeinsamen Turniersieg: „Danke an das Publikum, das für so eine großartige Stimmung gesorgt hat. In Sachen Atmosphäre war das sicherlich das beste Doppelmatch, das ich auf der Tour gespielt habe“, so Roman Jebavy.

Bericht & Fotos: Andreas Prochaska

In zwei Monaten kommt es zum nächsten „Aufschlag“ bei den Generali Open in Kitzbühel

Zeit für die nächste Auflage: In knapp 2 Monaten zeigt Kitzbühel wieder das Beste, was das Sandplatztennis auf österreichischem Boden zu bieten hat.

…auch die aktuelle Nr. 8 in der ATP Weltrangliste Dominic Thiem wird in Kitzbühel aufschlagen…

Vom 28. Juli bis 4. August 2018 ist die Gamsstadt Schauplatz der nächsten
Auflage des Generali Open und schreibt das 74. Kapitel in der Geschichte des
Kitzbüheler Traditionsturniers.

Dass Weltklasse-Tennis dabei nicht nur ein Versprechen bleibt, lässt ein
Blick auf die Nennliste des letzten Jahres erahnen: Nicht weniger als 33
Top-100 Spieler wollten 2017 in Kitzbühel aufschlagen. So werden sich auch
2018 einige der Besten ihres Faches auf dem roten Sand gegenüberstehen und um die berüchtigte Gamstrophäe kämpfen.

 

Fans und Publikum ist bei dem mit 482.060 Euro Preisgeld dotierten Turnier
der Kategorie ATP World Tour 250 in jedem Fall eine Woche mit spannenden
Matches, packenden Ballwechseln und emotionalen Momenten garantiert. Aber auch abseits der Courts wartet das volle Programm.
Neben den bewährten Motto-Tagen lädt das Areal des Tennisclub Kitzbühel zum Flanieren, Dinieren und Shoppen ein.

Auch der Österreichs Nr. 1 Dominic Thiem wird um die Gamstrophäe kämpfen müssen.

Bericht & Foto: Andreas Prochaska
Nähere Details sowie Tickets unter: www.generaliopen.com/de/

 

5:0 Österreichs Davis Cup Mannschaft deklassiert Weißrussland

Ein wahrlich schönes Tennis-Fest ging nun 2 Tage im VAZ St. Pölten über die Bühne. Die erste Mission ist somit erfolgreich und glatter erfolgt als gedacht. Nun liegt der Focus auf Russland Anfang April!

 St. Pölten. Österreich führte nach dem ersten Tag im Daviscup-Duell gegen Weißrussland erwartungsgemäß mit 2:0. Im Auftaktspiel besiegte Gerald Melzer den Nr. 1 Spieler der Weißrussen Ilya Ivashka mit 2:6, 7:5, 6:4. Somit gelang Gerald Melzer der perfekte Einstieg in das Duell der ersten Runde der Europa/Afrika-Zone 1.

Im Anschluss schlug der Lichtenwörther Dominic Thiem gegen den 24 jährigen Dzmitry Zhurmont auf und gab den Weißrussen keine Chance in Spiel zu kommen und siegte mit 6:3, 6:3 in nur 74 Minuten.

O-Töne:
Kapitän Stefan Koubek:

Dominic Thiem und Stefan Koubek erleichtert bei der Pressekonferenz.

– …. „Gerald hat sich gut reingefightet und ab Mitte des zweiten Satzes gutes Tennis gezeigt und verdient gewonnen“
-….“über Dominic brauchen wir wenig Worte verlieren, er ist der um Klassen bessere Spieler.“

 

Thiem:
– …. „Es war richtig geil, zum ersten Mal seit sieben, acht Jahren wettkampfmäßig in Niederösterreich zu spielen. Die Leistung war okay, ich hoffe, die Leute haben es genossen. Es ist immer unangenehm, gegen einen unbekannten Gegner zu spielen.“

Melzer:
-….„Das sind die Momente, für die man Daviscup spielt“, sagte der 27-Jährige. „Ich muss mich bei den Fans, meinen Betreuern und der Familie bedanken. Ich war nervös, es war ja auf dem Papier die wahrscheinlich schwierigste Partie, denn ich wusste vom Duell im Vorjahr, was auf mich zukommt. Ich habe leider jedes enge Game verloren, aber versucht dranzubleiben. Am Ende ist es gut ausgegangen.“

Oliver Marach und Philipp Oswald spielten die Entscheidung heraus

Philipp Oswald und Oliver Marach (l.n.r.) konzentriert in der Gamepause…

Australian-Open-Champion Oliver Marach bleibt in diesem Jahr ungeschlagen, der 37-Jährige hat seit 22 Spielen nicht verloren. Der Steirer führte den Vorarlberger Philipp Oswald in der ausverkauften VAZ-Arena in St. Pölten zum 6:3, 7:6 (5)-Sieg gegen Ilya Ivashka und Andrei Vasilevski. Das schlafertige Duo sorgte mit dem Punkt zum 3:0 dafür, dass Österreich das Duell in der 1. Runde der Europa/Afrika-Zone 1 gegen Weißrussland gewonnen hat. In Runde zwei muss das Team von Stefan Koubek am 6. und 7. April in Russland antreten. Bei einem weiteren Sieg würde nur noch die dritte Hürde, das Play-off der Weltgruppe im Weg stehen.

Bericht: Gernot Hohenwarter
Fotos: © Andreas Prochaska